Hugo Spritz: das blumige Rezept, das im Sommer den Aperol Spritz verdrängt

Es gibt den klassischen Spritz, orange und leicht bitter, und dann gibt es den Hugo Spritz, dezenter, aber genauso erfrischend, der mit seiner blumigen Leichtigkeit überzeugt. Prosecco, Holunderblütensirup, ein Hauch frische Minze: Dieser Cocktail ist der perfekte Aperitif für den Sommer, leicht, aber keineswegs geschmacklos.
Für die Zubereitung braucht es weder besondere Technik noch spezielles Equipment, nur ein gutes Weinglas und zwei Minuten Zeit.
Das Hugo Spritz Rezept, Schritt für Schritt
Was du brauchst (für ein Glas)

- 10 cl gut gekühlter Prosecco
- 6 cl Sprudelwasser
- 4 cl Holunderblütensirup (z. B. Saint-Germain)
- Ein paar Blätter frische Minze
- Eine Scheibe Zitrone (frisch oder getrocknet)
- Eiswürfel
Schwierigkeitsgrad: sehr einfach Zubereitungszeit: 2 Minuten
Die Schritte
1. Das Glas vorbereiten. Ein großes Weinglas (idealerweise ein bauchiges Ballonglas) bis zur Hälfte mit Eiswürfeln füllen.
2. Den Prosecco hinzugeben. Gut gekühlt direkt auf das Eis gießen.
3. Mit Sprudelwasser auffüllen. Das macht den Cocktail etwas leichter, ohne die Spritzigkeit zu verlieren.
4. Den Holunderblütensirup dazugeben. Er ist es, der dem Hugo seine charakteristische blumige Note verleiht.
5. Vorsichtig umrühren. Mit einem Barlöffel sanft rühren, damit die Kohlensäure erhalten bleibt.

6. Garnieren und servieren. Zum Schluss mit einer Zitronenscheibe und ein paar frischen, zwischen den Fingern zerriebenen Minzblättern garnieren, um die ätherischen Öle freizusetzen. Sofort servieren: Dieser Cocktail schmeckt am besten frisch zubereitet, solange die Kohlensäure noch voll da ist.
Warum dieser Cocktail so gut funktioniert
Der Prosecco sorgt für die spritzige Struktur des Cocktails. Seine leichte natürliche Süße harmoniert perfekt mit der blumigen Note des Holunders, ohne sie zu überdecken.
Der Holunderblütensirup ist die Zutat, die den Hugo ausmacht. Sein zarter, leicht süßlicher Duft unterscheidet diesen Cocktail sofort vom klassischen, deutlich bitteren Aperol Spritz.
Das Sprudelwasser macht den Cocktail insgesamt leichter und sorgt für ein länger anhaltendes Frischegefühl, während es den Alkoholgehalt leicht verdünnt.
Frische Minze und Zitrone sind keine reine Dekoration. Die Zitrone gleicht die Süße des Sirups aus, während die Minze schon beim ersten Duft für zusätzliche Frische sorgt.
Woher kommt der Hugo Spritz?
Anders als viele hundert Jahre alte Klassiker ist die Geschichte des Hugo noch jung und gut dokumentiert. Erfunden wurde er 2005 von Roland Gruber, einem Barkeeper aus Südtirol, Norditalien.

Damals suchte Gruber nach einer leichteren, blumigeren Alternative zum klassischen Aperol Spritz, der zu dieser Zeit auf italienischen Terrassen allgegenwärtig war. Seine Idee: Prosecco mit einer duftenden, erfrischenden Zutat zu kombinieren, der Holunderblüte, um einen milderen und leichter zu trinkenden Cocktail zu schaffen.
Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Der Hugo eroberte zunächst Norditalien, überquerte dann die Alpen Richtung Österreich und Deutschland und hat sich heute als fester Sommerklassiker in weiten Teilen Europas etabliert.
Die Anekdote
Anders als man vermuten könnte, hat der Name "Hugo" keinerlei Verbindung zu einer der Zutaten des Rezepts. Roland Gruber wählte diesen Namen schlicht, weil er ihm "gut klang", eine fast beliebige Entscheidung, die dennoch zu einem Begriff im gesamten deutschsprachigen Raum wurde.
Ein weiteres amüsantes Detail: In manchen Regionen Deutschlands und der Schweiz wird der Hugo gelegentlich mit Melissenlikör statt Holunderblütensirup zubereitet, eine leicht andere, aber ebenso erfrischende Variante. In Tirol ist der Cocktail mittlerweile so beliebt, dass manche Terrassen sogar "Hugo-Karaffen" zum Teilen anbieten, ganz so, wie man es von einer Weinkaraffe kennt.
So gelingt der Hugo Spritz garantiert

Ein paar einfache Tipps, damit nichts schiefgeht:
- Ein großes, bauchiges Weinglas verwenden: Seine Form lässt die Aromen von Holunderblüte und Minze besonders gut zur Geltung kommen.
- Sanft umrühren, niemals kräftig: Ziel ist es, möglichst viel Kohlensäure zu erhalten, nicht sie zu zerstören.
- Sofort servieren. Dieser Cocktail verliert schnell an Spritzigkeit, anders als andere Drinks, die etwas Wartezeit vertragen.
- Die Minze zwischen den Fingern zerreiben, bevor sie ins Glas kommt: Das setzt die ätherischen Öle frei und verstärkt das Aroma des Cocktails spürbar.
Um dieses Rezept unter guten Bedingungen nachzumachen, reichen ein gutes, großes Weinglas und ein Barlöffel völlig aus, entscheidend sind vor allem die Dosierung und die Frische der Zutaten.
Übermäßiger Alkoholkonsum ist gesundheitsschädlich. Bitte in Maßen genießen.
